Klappentext

"Instamord ist der dritte interaktive Krimi von Lukas Pellmann, in dem sich das Ermittler-Duo Vera Rosen und Moritz Ritter auf Mörderjagd begibt.

 

Am Abend des 7. November 2016 wird die Lifestyle-Bloggerin und Instagrammerin Carola Bednar in einem Penthouse am Karmelitermarkt tot aufgefunden. Chefinspektorin Vera Rosen und Kommissar Moritz Ritter übernehmen die Ermittlungen. Als kurz darauf eine weitere Leiche auftaucht, stellt sich ihnen die Frage, ob der Mord an Bednar der Beginn einer mysteriösen Mord-


serie gewesen sein könnte. Die beiden Ermittler folgen den Spuren bis tief in die Wiener Blogger- und Instagram-Szene und erkennen schon bald, dass in dieser virtuellen Erlebniswelt nicht immer alles so ist, wie es scheint. 

Allgemeine Infos

  • Titel: "Instamord"
  • AutorIn: Lukas Pellmann 
  • Verlag: Text/Rahmen 
  • ISBN: 978-3-950-4343-7-8
  • Hardcover Leinen mit Schutzumschlag 
  • Veröffentlichung: 06.10.2017 
  • 296 Seiten
  • Preis: 19,90€

Rezension

Als am 07. November eine Bloggerin erwürgt aufgefunden wird, ahnen die Ermittler Vera Rosen und Moritz Ritter noch nicht, mit welcher Szene des Internets sie schon bald darauf sehr vertraut sein werden. 

 

Als wenige Tage später die zweite Leiche gefunden wird, vermuten sie einen Zusammenhang, da dieses Opfer ebenfalls in der Instagramszene aktiv gewesen ist. 

Die Ermittlungen zu den Todesfällen beginnen - und damit beginnt der

Spannungsbogen in die Höhe zu schießen.


 

 

Geschrieben ist der Krimi in der dritten Person - Hier wird also bewusst Wert auf die Beschreibung der Umwelt gelegt, und nicht ausschließlich die Gedankenwelt eines einzigen Charakters ausgeschlachtet. 

 

Das lohnt sich!

 

Diese beschriebe Umwelt führt den Leser nach Österreich, genauer gesagt nach Wien. Eindrucksvoll werden die Gebäude und Straßen beschrieben, sodass man das Gefühl bekommt, man wäre vor Ort und könnte den verträumten Glanz der Stadt berühren. 

 

Die Hauptermittler Vera und Moritz haben es mir im Besonderen angetan. Obwohl dies der dritte - und für mich der erste - Fall des Ermittler-Duos ist, schafft Lukas Pellmann mit seiner stringenten Erzählweise, ein sofortiges Sympathisieren mit den Protagonisten. 

 

Moritz flucht und Vera ist durch den Tod ihres Hundes psychisch angeschlagen - das sind reale Situationen, die dir und mir passieren und gerade das macht das ganze Geschehen persönlich, nachvollziehbar und echt.

 

Oft musste ich schmunzeln. 

 

Warum?

 

Der Autor benutzt Begriffe wie "strawanzen" oder "Kapperl" - ab und an musste ich sogar Dr. Google fragen. Oder weißt du, was ein "Grätzl" ist? 

Der Wiener Dialekt klingt so lieblich. Auch Unschönes klingt plötzlich schön. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und alles Beschriebene wirkte noch authentischer.


Das Besondere dieses (und weiterer) Krimis von Lukas Pellmann ist seine Entstehungsgeschichte

Hat der Autor nicht einfach seine Gedanken zu Papier gebracht, wie jeder andere auch? - Nein! 

 

Instamord ist im November 2016 als vierteiliger E-Book-Live-Krimi entstanden. Durch eine Kooperation mit dem österreichischen Instagram-Dachverband "Igersaustria" wurden Teile der Community auch Teil der Handlung. 

Instagram-User wurden mit ihren Accounts zu Charakteren im Buch und die LeserInnen des E-Books konnten durch diverse soziale Kanäle, wie WhatsApp oder Instagram, einen Beitrag zur Aufklärung leisten. 

 

Nicht zu vergessen ist aber, welche wichtige Aussage hinter diesem Buch steht. 

 

"Wir sind schuld an den Geschehnissen! Wir alle mit unserem Medienverhalten, mit unserem Haschen nach Aufmerksamkeit, mit unserem idiotischen Interesse am Privatleben anderer, das erst dazu führt, dass die Menschen einen Status erreichen, der sie als Opfer für andere Menschen attraktiv erscheinen lässt. Verstehen Sie?" (S. 165)

Wenn du von den Begriffen "Instawalk", "Instameet" oder "Hashtagprinter" noch nie etwas gehört hast: Kein Problem - Vera Rosen auch nicht. 

 

So wird dieser Krimi auch für alle spannend, die mit den sozialen Netzwerken nichts am Hut haben. Raffiniert werden den LeserInnen durch die Fragen von Vera Rosen die Strukturen von Instagram näher gebracht.

Auch ich, als ambitionierte Instagrammerin, konnte dabei noch etwas lernen. 


"Instamord" ist ein erfrischender Kriminalroman, der die modernen Probleme unserer Gesellschaft aufgreift. Das Cover ist ansprechend minimalistisch gestaltet und lässt dennoch sofort erkennen, um was es sich handelt.  

 

Einzig und allein die klassische Vorgehensweise empfand ich als etwas spannungsraubend. Die Erzählstruktur, in der anfangs ein Mord passiert, welcher das Buch hindurch versucht wird aufzuklären, ist nichts Neues. Abgerundet wird dieses Vorgehen aber durch die Motive des Täters/ der Täterin, welche rückblickend betrachtet sehr sinnvoll sind und dem ganzen Geschehen einen interessanten Überbau bieten. 

 

Und: Nächsten Sonntag gibt es bei mir Kaiserschmarrn zum Frühstück. 

 

Aus diesem Grund vergebe ich 9 von 10 Krönchen. 

kkkkkkkkkk


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Kommentare: 1
  • #1

    Iris (Sonntag, 29 Oktober 2017 09:56)

    Ui, das hört sich sehr spannend und hochaktuell an. Kommt mit auf meine Weihnachtswunschliste. liebe Grüße, Iris